Einleitung
Das originale AudioFuse Studio kam 2019 heraus und ist seither die unbequeme Antwort auf eine häufige Frage: Was kauft man, wenn man vier gute Preamps, einen Monitor-Controller, einen Phono-Eingang und ADAT will, aber keine vier separaten Kisten auf dem Tisch? Nichts anderes in der Klasse von 800 bis 1.200 € leistet all das in einem Gehäuse — deshalb verkaufte sich das Studio noch lange, nachdem die meisten Interfaces seiner Generation ersetzt worden waren.
Rev2 ist Arturia, die dieselbe Kiste zurück ins Labor nehmen, statt neu anzufangen. Die vier DiscretePRO-Preamps wurden auf geringere Verzerrung und mehr Gain optimiert, der Bluetooth-Empfänger gegen ein aktuelles Modul getauscht und die Firmware rund um Clocking und Routing überarbeitet. Alles andere, von den 4 analogen Inserts über das Talkback-Mikrofon bis zum USB-Hub auf der Rückseite, bleibt.
Für Neukäufer ist das eine leichte Empfehlung, für bestehende Besitzer eine schwere — und es lohnt sich, vor der Spezifikationsliste zu klären, welcher von beiden man ist.
Was sich tatsächlich geändert hat
- Preamps: Die DiscretePRO-Schaltungen wurden auf geringeren THD überarbeitet, und Arturias eigene Angabe für den Gain-Bereich steigt von 72 dB beim Original auf 78 dB bei Rev2. EIN bleibt bei -129 dBu, der Dynamikumfang bei 119 dB, und jedes Gerät kommt weiterhin mit seinem eigenen Messprotokoll.
- Bluetooth: Der Empfänger unterstützt jetzt AAC, aptX, aptX HD und aptX Low Latency. Beim Original war es ein einfacher aptX-/AAC-Empfänger — gut genug für ein Handy mit einem Referenztrack und für wenig mehr.
- Firmware: Arbeit an der Stabilität von Clocking und Routing, was zählt, wenn das Studio als Clock-Master für einen ADAT-Expander läuft und nicht allein.
Was sich nicht geändert hat: I/O-Anzahl, Wandlung, Monitor-Sektion, Software-Bundle, Gehäuse und Anschlüsse. Wer schon ein AudioFuse Studio besitzt und mit dem Klang zufrieden ist, hat in Rev2 keinen Grund zum Verkaufen.
Wichtigste Funktionen & Vorteile
- Vier Preamps, denen das Gain nicht ausgeht: 78 dB genügen für ein Bändchen oder ein dynamisches Mikrofon mit geringem Output, ohne zum Cloudlifter zu greifen, und das Zertifikat pro Gerät sagt dir, was genau dein Exemplar gemessen hat, statt was die Marketingabteilung gemittelt hat.
- Acht analoge Eingänge, einer davon für den Plattenspieler: 4 Mic-/Line-/Instrument-Combobuchsen plus 4 Line-Eingänge, wobei 5 und 6 auf eine echte RIAA-Phonostufe umschaltbar sind. Vinyl sampeln braucht keinen zusätzlichen Preamp.
- Inserts auf den ersten vier Kanälen: Ein Hardware-Kompressor sitzt zwischen Preamp und Wandler auf den Kanälen 1 bis 4. Das ist unterhalb der RME- und Audient-Klasse selten und genau das Feature, das dieses Gerät über ein Schlafzimmer-Interface hinaushebt.
- Ein echter Monitor-Controller, kein Volumeregler: zwei Sets Lautsprecherausgänge mit Umschaltung, Mono, Dim, Mute, PFL pro Eingang und Quellenwahl, plus Talkback über ein eingebautes Mikrofon.
- Zwei unabhängige Kopfhörerkanäle: beide auf 6,35 mm und 3,5 mm verfügbar, mit eigenen Mischungen. Zwei Leute aufnehmen ohne separate Cue-Box — darum geht es.
- Zwei Aux-Ausgänge zum Reampen: Ausgänge auf Instrumentenpegel, um eine DI-Gitarre zurück durch Pedalboard und Amp zu schicken.
- Digitale Erweiterung, wenn du sie brauchst: 8 ADAT-Kanäle bis 96 kHz, S/PDIF, Word Clock In, Out und Thru auf RCA sowie MIDI In und Out.
- Ein USB-Hub auf der Rückseite: drei Ports, sodass Dongle, Controller und Festplatte am Interface hängen und nicht am Laptop.
- AudioFuse Creative Suite inklusive: Analog Lab Intro plus 9 Effekte, darunter Comp FET-76, Pre 1973, Rev PLATE-140 und Delay TAPE-201.
Stimmen aus der Praxis
Rev2 wurde am 8. September 2026 angekündigt, diese Revision hat also noch niemand getestet. Die Plattform darunter ist dagegen ausführlich getestet, und der nützlichste Teil ist die Kritik.
„Arturia haben es geschafft. Noch wichtiger: Sie haben auch einige Eigenheiten ausgebügelt, und das Studio ist eine Freude im Betrieb.“
Sam Inglis, Sound On Sound, über das originale AudioFuse Studio
Dieselbe Rezension nannte zwei Punkte. Der Bluetooth-Eingang „trampelt ungerührt über alles hinweg, was in den Mixern des Control Center passiert“, und Arturias Setzen auf generische Treiber liefert im Vergleich zu RME, MOTU oder Focusrite eine „angemessene, aber nicht überragende Low-Latency-Performance“. Das neue Bluetooth-Modul und die Firmware-Arbeit in Rev2 adressieren den ersten Punkt. An der Treiberlage hat sich nichts geändert, und wer mit 32 Samples Puffer und schwerer Plugin-Kette aufnimmt, entscheidet diesen Kauf über genau diese Spezifikation und nicht über den THD-Wert der Preamps.
“Mit dem Arturia AudioFuse Studio Rev2 aktualisiert Arturia weniger das grundsätzliche Konzept als vielmehr zentrale Komponenten eines bereits sehr umfangreich ausgestatteten Interfaces.”
Markus Müller, Keyboards / Sound & Recording, 8. September 2026
Auf Deutsch: Arturia hat die Komponenten aktualisiert, nicht das Konzept. Dem stimmen wir zu — und fügen hinzu, dass genau das Konzept von Anfang an der Kaufgrund war.
Galerie
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Für wen es gemacht ist
- Für alle, die eine Band in einem Raum aufnehmen: 4 Preamps, 8 analoge Eingänge und 2 unabhängige Kopfhörermischungen decken ein Live-Take ohne Cue-Box ab.
- Für hybride Setups mit Outboard. Die 4 Inserts und die Reamp-Ausgänge sind der Grund, dieses Gerät einem einfachen 4-In-Interface zum gleichen Preis vorzuziehen.
- Für Produzenten, die Platten sampeln. Die RIAA-Stufe auf den Eingängen 5 und 6 ist ein echter Phono-Preamp, kein Line-Eingang mit Aufkleber.
- Für Arbeitsplätze, die ohnehin einen Monitor-Controller brauchen. Genau da beginnt der Preis Sinn zu ergeben, wenn man das Studio statt Interface plus Monitor-Controller kauft.
Wer sich anderswo umsehen sollte:
- Alle, die die niedrigste mögliche Round-Trip-Latenz jagen. Arturias generische Treiber sind kompetent, aber nicht klassenbester, und ein RME-Interface schlägt dieses bei kleinen Puffergrößen weiterhin.
- Alle, die immer nur eine oder zwei Quellen aufnehmen. Das AudioFuse X8 IN (339 €) als Expander oder ein 2-In-Interface kostet deutlich weniger.
- Alle, die 8 ADAT-Kanäle bei 192 kHz fahren wollen. ADAT bedeutet hier 8 Kanäle bis 96 kHz, wie bei fast allem in dieser Preisklasse.
- Bestehende Besitzer eines AudioFuse Studio. Geringerer Preamp-THD, 6 dB mehr Gain-Bereich und bessere Bluetooth-Codecs rechtfertigen keinen Tausch.
Kurzdaten
- Kanäle: 18 Eingänge / 20 Ausgänge
- Preamps: 4 × DiscretePRO Mic/Line/Instrument, 78 dB Gain-Bereich, -129 dBu EIN, 119 dB Dynamikumfang, individuelles Messprotokoll pro Gerät
- Analoge Eingänge: 8 insgesamt (4 XLR/TRS-Combo, 4 Line, Eingänge 5–6 auf RIAA-Phono umschaltbar)
- Analoge Ausgänge: 4 Line auf symmetrischem TRS als 2 Lautsprecherpaare, plus 2 Aux-Ausgänge mit Reamping auf Instrumentenpegel
- Inserts: 4 analoge Inserts auf den Kanälen 1–4
- Kopfhörer: 2 unabhängige Stereoausgänge, jeweils 6,35 mm und 3,5 mm
- Wandlung: 24 Bit AD/DA bis 192 kHz
- Digitale I/O: ADAT 8 Kanäle In/Out bis 96 kHz, S/PDIF, Word Clock In/Out/Thru auf RCA
- MIDI: In und Out
- Bluetooth: Empfänger mit AAC, aptX, aptX HD und aptX Low Latency
- Computer: USB-C, Mac und PC, mit integriertem 3-Port-USB-Hub
- Monitoring: Lautsprecherumschaltung, Mono, Dim, Mute, PFL pro Eingang, Talkback-Mikrofon, Wahl aus 3 Quellen
- Stromversorgung: DC oder USB
- Abmessungen: 265 x 160 x 72,7 mm
- Gewicht: 1,6 kg
- Software: AudioFuse Creative Suite (Analog Lab Intro plus 9 Effekte)
- EAN: 3760033532592
Pro & Contra
✅ Pro:
- Vier Preamps, ein Monitor-Controller, eine Phonostufe und ADAT in einer Box — das schafft in dieser Preisklasse sonst niemand
- 4 analoge Inserts und 2 Reamp-Ausgänge, Features, die sonst teureren Interfaces vorbehalten sind
- 78 dB Gain-Bereich mit gemessenem Zertifikat für genau dein Exemplar
- Bluetooth, das jetzt aptX HD und aptX Low Latency beherrscht, sodass Referenzhören kein Kompromiss mehr ist
- Zwei vollwertige Kopfhörerkanäle mit unabhängigen Mischungen
⚠ Contra:
- Generische Treiber: Low-Latency-Performance ist angemessen, aber nicht klassenbester
- ADAT ist auf 96 kHz begrenzt, bei 192 kHz kostet dich das die Erweiterung
- Eine Revision, keine neue Generation. Bestehende Besitzer gewinnen sehr wenig
Wo kaufen
Das AudioFuse Studio Rev2 ist am 8. September 2026 zur UVP von 999 € erschienen und steht jetzt als Vorbestellung im Soundium-Katalog. Unsere ersten Geräte sind noch unterwegs, die Produktseite nennt daher einen voraussichtlichen Ankunftsmonat, und der Code EARLY5 gibt 5 % Rabatt, wenn du vor der Ankunft bestellst.
- Kostenloser Versand an die Abholstation ab 149 €
- Kostenloser Kurierversand ab 299 €
- Offizielle Arturia-Garantie
- Support von Leuten, die das Equipment wirklich kennen
Arturia AudioFuse Studio Rev2 — 999 € · Arturia bei Soundium · Sprich mit unserem Team
Fazit
Rev2 ist die unspektakulärste und gleichzeitig eine der nützlichsten Art von Produktstart. Arturia hatte ein Design, das ein echtes Problem löste, hat es in Ruhe gelassen und die zwei Punkte behoben, die immer wieder genannt wurden. Bei 999 € ist die Rechnung dieselbe wie 2019: Zähl zusammen, was ein separates 4-Preamp-Interface, ein Monitor-Controller, eine Phonostufe und ein Kopfhörerverstärker kosten würden, und entscheide dann, ob du sie an vier Netzteilen oder an einem willst.
Noch unsicher?
Erzähl uns, was du aufnimmst, wie viele Leute im Raum sind und welches Outboard in die Kette soll, und wir sagen dir ehrlich, ob das Studio Rev2 die richtige Box ist oder ob ein kleineres Interface plus Expander dich für weniger genauso weit bringt. Wende dich an unser Team.